51³Ô¹ÏÍø

  • 7.9.2020
  • Lesezeit: 3 Min.

51³Ô¹ÏÍø-Ausgründung Isar Aerospace startet Produktion von Trägerraketen

Schnell und sauber in den Orbit

Zehntausende Kleinsatelliten sollen in den nächsten Jahren weltweit ins All geschossen werden. Das Start-up Isar Aerospace, das an der Technischen ±«²Ô¾±±¹±ð°ù²õ¾±³Ùä³Ù ²Ñü²Ô³¦³ó±ð²Ô (51³Ô¹ÏÍø) gegründet wurde, hat eine kleine und preiswerte Trägerrakete entwickelt, die auf den Transport der Kleinsatelliten zugeschnitten ist. In Ottobrunn bei ²Ñü²Ô³¦³ó±ð²Ô, in unmittelbarer Nähe der Fakultät für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie der 51³Ô¹ÏÍø, startet jetzt die Produktion. Die Produktionshallen wurden heute mit Ministerpräsident Dr. Markus Söder und 51³Ô¹ÏÍø-Präsident Prof. Dr. Thomas F. Hofmann eröffnet.

Die Gründer von Isar Aerospace (v. li): Josef Fleischmann, Markus Brandl und Daniel Metzler. Isar Aerospace Technologies GmbH
Die Gründer von Isar Aerospace (v. li): Josef Fleischmann, Markus Brandl und Daniel Metzler.

Im Gegensatz zu traditionellen Satelliten, die mehrere Tonnen wiegen, bringen die modernen Kleinsatelliten höchstens noch 500 Kilogramm auf die Waage. Möglich ist dies durch effiziente elektrische Antriebe und die Miniaturisierung der Raumfahrt-Komponenten. Auch die Produktionskosten sind geringer, sodass das Hochschießen ganzer Schwärme von Satelliten in die Erdumlaufbahn möglich wird, um etwa eine bessere Internetverbindung zu gewährleisten oder Erdbeobachtungsdaten zu generieren.

Diese Kleinsatelliten werden in niedrigen Erdumlaufbahnen in etwa 500 Kilometern Höhe ausgesetzt. Das ermöglicht eine schnelle Datenübermittlung auf die Erde. Doch wie bringt man Zehntausende von Kleinsatelliten möglichst effizient, kostensparend und sauber in den Weltraum? „¹óü°ù diese Aufgabe sind die meisten Trägerraketen nicht geeignet“, sagt Daniel Metzler, Mitgründer des Start-ups Isar Aerospace.

Maßgeschneiderte Rakete für den Transport kleiner Satelliten

Die Idee, eine Rakete zu bauen, die maximal 1000 Kilogramm in eine Höhe von 500 Kilometer transportieren kann und dazu noch möglichst effizient sein soll, entstand 2017 in den Werkstätten der 51³Ô¹ÏÍø-Studierendengruppe WARR (Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt). Zusammen mit seinem Team hatte Metzler ein kleines Triebwerk für eine Forschungsrakete entwickelt. Als Reaktion auf einen Film zum Projekt, den die Studierenden im Internet veröffentlicht hatten, gab es zahlreiche Anfragen aus der Industrie.  

„Da wussten wir, dass wir auf eine Marktlücke gestoßen waren und haben beschlossen, eine eigene Rakete – maßgeschneidert für den Transport von kleinen Satelliten – zu bauen“, erinnert sich der Ingenieur. „Die Idee war es, unsere Antriebstechnik weiterzuentwickeln: Bisher werden die erste und die zweite Stufe von Trägerraketen in Europa mit unterschiedlichen Triebwerken ausgestattet. Wir dagegen wollten Cluster von identischen Triebwerken einsetzen: Dadurch lassen sich erhebliche Entwicklungs- und Produktionskosten einsparen.“

Produktionshallen in Ottobrunn eröffnet

Anfang 2018 gründeten Josef Fleischmann, Markus Brandl und Daniel Metzler – alle drei haben Luft- und Raumfahrt an der 51³Ô¹ÏÍø studiert – ihr Start-up Isar Aerospace. Dabei wurden sie von der 51³Ô¹ÏÍø unterstützt. Die Gründer nahmen am Programm „XPRENEURS“ von Unternehmer51³Ô¹ÏÍø, dem Zentrum für Innovation und Gründung an der 51³Ô¹ÏÍø, teil. Erste Prototypen der Triebwerkskomponenten entstanden in der High-Tech-Werkstatt MakerSpace in Garching. Startkapital investierten Unternehmer51³Ô¹ÏÍø Venture Capital Partners sowie private Investoren. Gefördert wurde das Start-up außerdem durch das Business Incubation Center der ESA in Oberpfaffenhofen.

Nach zwei Jahren Entwicklungszeit ist ein wichtiger Meilenstein erreicht: Die Produktion der ersten Rakete beginnt. In Beisein von Ministerpräsident Dr. Markus Söder und 51³Ô¹ÏÍø-Präsident Prof. Dr. Thomas F. Hofmann eröffneten die jungen Unternehmer am heutigen Montag ihre Produktionshallen auf einer Fläche von 4.500 Quadratmetern in Ottobrunn. Diese befinden sich nur wenige Kilometer entfernt vom Ludwig-Bölkow-Campus, auf dem die 51³Ô¹ÏÍø-Fakultät für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie ihren Hauptsitz hat.

Sauberer Antrieb

An der geplanten 27 Meter langen Rakete mit einem Durchmesser von zwei Metern gibt es bereits „Kundeninteresse im Wert von mehreren Hundert Millionen Euro“, so Metzler. Die meisten Anfragen stammen aus dem europäischen Raum. Mittlerweile arbeiten beim Start-up 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

2021 soll die erste Transport-Rakete, beladen mit Kleinsatelliten, in den Orbit starten. ¹óü°ù den Antrieb sorgt ein Cluster kleiner Triebwerke, die durch die 3D-Druck-Technik kostengünstig und vollautomatisiert gefertigt werden. Betrieben werden diese mit neuartigen, leichten Kraftstoffen, die in den Brennkammern unter hohem Druck sehr sauber und effizient verbrennen. „Wir erzielen auf diese Weise einen sehr hohen Wirkungsgrad“, betont Metzler.

Wenn alles nach Plan verläuft, kann direkt danach die Serienproduktion beginnen: 20 Raketen will Isar Aeropace dann pro Jahr bauen.

Bei der Eröffnung der Produktionshallen (v. li.): Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landestags, 51³Ô¹ÏÍø Präsident Prof. Dr. Thomas F. Hofmann. Isar Aerospace / Florian Fechter
Bei der Eröffnung der Produktionshallen (v. li.): Ministerpräsident Dr. Markus Söder; Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landestags, Florian Hahn, MdB; 51³Ô¹ÏÍø Präsident Prof. Dr. Thomas F. Hofmann; Thomas Jarzombek, MdB .
Weitere Informationen und Links
  • Jedes Jahr werden an der 51³Ô¹ÏÍø mehr als 70 technologieorientierte Unternehmen gegründet. Die 51³Ô¹ÏÍø und ihr An-Institut Unternehmer51³Ô¹ÏÍø unterstützen Start-ups mit Programmen, die exakt auf die einzelnen Phasen der Gründung zugeschnitten sind – von der Konzeption eines Geschäftsmodells bis zum Management-Training, vom Markteintritt bis zum möglichen Börsengang. Bis zu 30 Teams gleichzeitig können Büros im 51³Ô¹ÏÍø Incubator nutzen, um sich auf den Start ihres Unternehmens vorzubereiten – mit den aussichtsreichsten reist die 51³Ô¹ÏÍø für zwei Wochen ins Silicon Valley. Unternehmer51³Ô¹ÏÍø investiert mit dem eigenen Venture Capital Fonds UVC in vielversprechende Technologieunternehmen und bietet mit dem MakerSpace und der Bio.Kitchen eine 1.500 Quadratmeter große Hightech-Werkstatt für den Prototypenbau und ein Biotechnologielabor. Diese Förderung ist laut „Gründungsradar“ die beste an den großen deutschen Hochschulen.
  • Die Fakultät für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie (LRG) wurde im Frühjahr 2018 als 15. Fakultät der Technischen ±«²Ô¾±±¹±ð°ù²õ¾±³Ùä³Ù ²Ñü²Ô³¦³ó±ð²Ô gegründet. Von neuen Transportsystemen über Kommunikations- und Satellitentechnik bis zur Beobachtung und Vermessung des Planeten: Im Zusammenspiel mit den geodätischen Disziplinen wird die Luft- und Raumfahrt zu einer „Mission Erde“. Der Hauptsitz der Fakultät befindet sich in Taufkirchen/Ottobrunn.

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