51³Ô¹ÏÍø

  • 5.3.2026
  • Lesezeit: 4 Min.

51³Ô¹ÏÍø Student Club EI Girls stärkt Frauen in der Technik

„Niemand muss perfekt starten“

Das Studium der Elektrotechnik und Informationstechnik gilt noch immer als Männerdomäne – und viele junge Frauen beginnen es mit dem Gefühl, nicht gut genug vorbereitet zu sein. Genau hier setzt der 51³Ô¹ÏÍø Student Club EI Girls an. Im Interview erzählen seine Leiterinnen, wie ihre Community andere Studentinnen unterstützt.

Mitglieder des 51³Ô¹ÏÍø Student Clubs EI Girls bei einem seiner Community-Events
Die Elektrotechnik und Informationstechnik an der 51³Ô¹ÏÍø wird 150 Jahre alt. Im Studienalltag heute: Was ist für euch selbstverständlich – und was noch nicht? 

Sanna BlidhEs ist selbstverständlich, dass Frauen Elektrotechnik und Informationstechnik studieren, Übungen leiten, als Hiwis arbeiten oder zu den Jahrgangsbesten gehören. Formal gibt es Gleichberechtigung, aber im Alltag spürt man, dass sie noch nicht immer gelebte Realität ist. In vielen Vorlesungen sind Frauen in der Minderheit, weibliche Vorbilder unter Professorinnen oder Übungsleiterinnen sind selten. Umso mehr freut es einen, wenn man ihnen begegnet. 

Oft begleitet einen das Gefühl, sich mehr beweisen zu müssen. Und viele sind überrascht, wenn man sagt, dass man Elektrotechnik und Informationstechnik studiert. Die Möglichkeit existiert – aber die Selbstverständlichkeit im Alltag ist noch nicht voll da. 

Gab es eine Situation im Studium, in der euch klar wurde: Es braucht die EI Girls? 

Abril Veliz Camayo: Mehrere Situationen – aber der entscheidende Moment war, als wir merkten, dass viele Frauen das Studium abbrechen, weil sie sich unvorbereitet fühlen. Sie haben noch nie programmiert, gelötet oder Roboter gebaut, kennen sich mit Arduinos nicht aus oder fühlen sich für wichtige Klausuren nicht bereit. 

Genau hier setzen wir an: Wir wollten eine Community schaffen, in der über solche Sorgen offen gesprochen wird und erfahrene Studierende Neulinge unterstützen. So zeigt sich, dass niemand perfekt starten muss, und man ermutigt sich gegenseitig, den Schritt zu wagen. Besonders hilfreich ist ein Netzwerk, in dem man sich austauschen und gleichzeitig neue Freundschaften knüpfen kann. 

Wann habt ihr zuletzt gedacht: Hier zeigt sich noch ein Klischee – und wie seid ihr damit umgegangen? 

Abril Veliz Camayo: Solche Momente gibt es immer wieder. Als ich der Freundin eines Kommilitonen kürzlich erzählte, dass ich Elektrotechnik und Informationstechnik studiere, war sie völlig überrascht und meinte: „Du siehst gar nicht so aus.“ Oder eine ältere Nachbarin sagte einmal: „Hä, das ist doch kein Beruf für Frauen.“ In solchen Momenten denke ich an die Vielfalt unserer Community. Die EI Girls bestehen aus Menschen unterschiedlichster Herkunft und Persönlichkeiten, die zusammenhalten und das gleiche Ziel verfolgen. Diese Erfahrungen helfen, solche Vorurteile zu relativieren – und ich kann selbst ein Vorbild sein, das zeigt, dass Frauen in der Technik selbstverständlich dazugehören. 

Was macht ihr konkret und wie hilft das Studentinnen des Fachs? 

Emma Maier: Wir arbeiten in den Bereichen Mentoring, Career und Community. Im Mentoring vernetzen wir Studentinnen mit Alumnae, sodass sie Einblicke in verschiedene Berufswege erhalten und Fragen stellen können. Im Career-Bereich tauschen wir Erfahrungen aus, unterstützen uns bei Bewerbungen und arbeiten mit Unternehmen zusammen, um praxisnahe Events wie CV-Checks anzubieten. 

Community bedeutet für uns, einen offenen Raum zu schaffen, in dem wir Zusammenhalt und Motivation im Studienalltag fördern. So ebnen wir den Weg für andere und stärken das Selbstbewusstsein der nächsten Generation von Ingenieurinnen.

Was würdet ihr einer jungen Frau raten, die überlegt, Elektrotechnik und Informationstechnik zu studieren, aber noch zögert? 

Sanna Blidh: Lass dich nicht vom Klischee abschrecken. Niemand erwartet, dass du schon vor dem Studium löten kannst, programmierst oder eigene Schaltungen gebaut hast. Das Studium vermittelt diese Fähigkeiten Schritt für Schritt. 

Wichtiger ist Neugierde, denn Elektrotechnik und Informationstechnik eröffnet viele Möglichkeiten – von nachhaltiger Energie über Medizintechnik bis hin zu KI und vernetzter Kommunikation. Du musst diesen Weg nicht allein gehen. Gerade zu Beginn helfen Semester-Opening-Events und ähnliche Formate, andere Studentinnen kennenzulernen, Fragen zu stellen und zu merken, dass eine unterstützende Community hinter dir steht. 

Abril Veliz Camayo

Die gebürtige Bolivianerin studiert Elektrotechnik und Informationstechnik im Master mit Schwerpunkt Leistungselektronik und interessiert sich besonders für die vielfältigen Möglichkeiten, elektrische Energie zu gewinnen – besonders für Technologien, die Energie effizient transportieren und umwandeln. Als Gründerin von EI Girls setzt sie sich seit 2022 dafür ein, mehr Frauen für Technik zu begeistern. 

Emma Maier 
Schon seit ihrem ersten Bachelorsemester in Elektrotechnik und Informationstechnik sind die EI Girls Teil ihres Studienalltags. Zunächst war Emma Maier Mitglied auf der Suche nach Austausch und Freundschaften im Studium, später wurde sie Co-Leiterin. Heute verantwortet die Masterstudentin vor allem das Mentoring und vernetzt Studentinnen mit Absolventinnen sowie fortgeschrittenen Studentinnen. 

Sanna Blidh  

Im Studium liegt ihr fachlicher Fokus auf E-²Ñ´Ç²ú¾±±ô¾±³Ùä³Ù. Als Co-Leiterin der EI Girls verantwortet Sanna Blidh den Career-Bereich. Sie organisiert Workshops und Firmenbesuche, vernetzt Studentinnen mit Unternehmen und ermöglicht persönliche Kontakte sowie den direkten Austausch mit Professionals. Ihr Ziel ist es, Frauen in der Elektrotechnik und Informationstechnik zu stärken und beim Berufseinstieg zu unterstützen. 

Weitere Informationen und Links

Technische ±«²Ô¾±±¹±ð°ù²õ¾±³Ùä³Ù ²Ñü²Ô³¦³ó±ð²Ô

Aktuelles zum Thema

HSTS