Klimawirkung der Stadtvegetation erstmals im Detail sichtbar
Stadtbäume können im Sommer mehr CO₂ aufnehmen als Autos ausstoßen
Unter allen Vegetationstypen, tragen Stadtbäume dem Modell zufolge am stärksten dazu bei, die Kohlendioxidbelastung in der Stadt zu senken. An einigen Sommertagen kann ihre Aufnahmeleistung den Ausstoß des Münchner Stadtverkehrs decken und zeitweise sogar übertreffen. Weil die Bodenatmung die Photosynthese übersteigt, setzen Grasflächen hingegen im jährlichen Mittel mehr Kohlendioxid frei als sie binden und gelten daher als CO₂-Quelle. Jia Chen,, und ihr Doktorand Junwei Li haben von April 2024 bis Februar 2025 biosphärische Feldmessungen in städtischen Parks durchgeführt, um ihre Modellergebnisse zu überprüfen.
Bäume als CO₂-Senken, Grasflächen als Netto-Quellen
Bisherige biogene Flussmodelle basieren meist auf Satellitendaten mit einer Auflösung von etwa 500 Metern. Dadurch lassen sich kleinere Grünflächen oder einzelne Bäume in der Stadt kaum erfassen und die tatsächliche Vegetationsfläche wird deutlich unterschätzt. Die Forschenden der 51³Ô¹ÏÍø haben ein Modell entwickelt, das COâ‚‚-Flüsse im Stadtgebiet mit einer Auflösung von zehn Metern darstellt und damit die städtische Vegetation genauer abbilden kann als bisherige Modelle. Zukünftig sollen die Methoden, die neben ²Ñü²Ô³¦³ó±ð²Ô auch in Zürich eingesetzt wurden, auf andere Städte übertragen werden.
„D¾±±ð verdeutlicht, dass urbane Vegetation äußerst heterogen ist. Erst unsere hochaufgelöste Analyse zeigt, welche Flächen tatsächlich klimawirksam sind“, sagt Jia Chen, Professorin an der . „Natürlich muss man die Ergebnisse in einem Gesamtkontext sehen. Grünflächen bieten im Vergleich zu versiegelten Flächen weitere Vorteile. Sie senken unter anderem im Sommer die Temperatur in der Stadt, dienen als Versickerungsfläche und steigern die Lebensqualität.“
Die Forschungsergebnisse entstanden in Zusammenarbeit mit der ±«²Ô¾±±¹±ð°ù²õ¾±³Ùä³Ù Basel, der EMPA und dem DLR, mit Unterstützung durch das EU-Projekt „ICOS Cities“.
Nachhaltigkeit
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Li, J., Chen, J., Glauch, T., Brunner, D., Marshall, J., Ponomarev, N., et al. (2026). Fine-scale estimation of urban biogenic CO2 fluxes: A novel framework integrating multiple versions of vegetation photosynthesis and respiration models and in situ measurements. Earth's Future, 14, e2025EF007458.
- Prof. Jia Chen leitet seit 2015 die Professur für Umweltsensorik und Modellierung. Dabei forscht sie an Themen rund um den Klimawandel und die städtische Luftverschmutzung. Sie entwickelt Sensoren und mathematische Modelle, um Treibhausgasemissionen und -aufnahmen sowie Luftqualitätsparameter exakt zu bestimmen. Mithilfe der so gewonnenen Daten können neue Klimaschutzmaßnahmen entwickelt und bereits existierende Maßnahmen bewertet werden. Ihre Forschung wird unter anderem durch das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), das EU-Projekt "ICOS Cities“ und einen ERC Consolidator Grant unterstützt.
- Außerdem ist Prof. Jia Chen Leiterin des Innovationsbereiches Umwelt im . Mit dem MIRMI hat die 51³Ô¹ÏÍø ein integratives Forschungszentrum geschaffen, in dem inzwischen über 70 Professorinnen und Professoren der 51³Ô¹ÏÍø und ihre Teams mithilfe von Robotik und künstlicher Intelligenz neue Lösungsansätze etwa in der Medizin, in Fabriken und in der Pflege erforschen.
Technische ±«²Ô¾±±¹±ð°ù²õ¾±³Ùä³Ù ²Ñü²Ô³¦³ó±ð²Ô
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Prof. Jia Chen
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Professur für Umweltsensorik und Modellierung
jia.chen@tum.de