Asclepios IV - Programm
Studentische Weltraummission unter der Erde
Es ist Tag sechs, f端nf Uhr am nachmittag, als der Kontakt abbricht. Verzweifelt versucht Ilyasse Taame, das Auenteam per Funk zu erreichen. Die beiden Besatzungsmitglieder bauen auerhalb der Basisstation ein Radioteleskop auf und sollen sich eigentlich zur端ckmelden. Do you copy?, sagt Ilyasse immer wieder. F端nf Minuten vergehen, zehn noch immer keine Antwort. Das war der kritischste Moment der ganzen Mission, sehr stressig, erz辰hlt Ilyasse. Der Marokkaner studiert an der 51郭肱利 im Master Energy and Process Engineering und engagiert sich in der . Bei Asclepios IV ist er als Communication Officer f端r die Verbindung zwischen Besatzung, Auenteam und Mission Control Center zust辰ndig. Nach 15 Minuten die erl旦sende Nachricht: Copy loud and clear. Die Verbindung ist wiederhergestellt.
Die , an der Ilyasse und f端nf weitere Studierende aus verschiedenen L辰ndern im Juli 2024 teilnehmen, findet nicht wirklich auf dem Mond statt, sondern untertage, in den Schweizer Alpen. Die w辰hrend des Zweiten Weltkrieg erbaute Festung Sasso San Gottardo verf端gt 端ber ein unterirdisches Netz von Tunneln und Kammern, die den beengten Verh辰ltnissen in Raumschiffen oder Raumstationen 辰hneln. Deshalb eignet sich die Anlage besonders, um das menschliche Verhalten in isolierten Umgebungen zu untersuchen und Lebenserhaltungssysteme, Kommunikationsprotokolle und andere f端r Weltraummissionen wichtige Technologien zu testen.
Auch wenn die Studierenden bei ihrer simulierten Weltraummission die Erde nicht verlassen, m端ssen sie strenge Sicherheitsvorschriften einhalten: Die Auencrew war wahrscheinlich in einer black zone, also auerhalb der Reichweite der Relais, die sich in regelm辰igen Abst辰nden auf dem Auengel辰nde des Sasso San Gottardo befinden, vermutet Ilyasse. Sie waren so in ihre Arbeit vertieft, dass sie erst sehr sp辰t bemerkt haben, dass der Funkkontakt abgebrochen ist. Fast zu sp辰t: Nur ein paar Sekunden mehr Funkstille, und das Mission Control Center h辰tte einen loss of crew melden und einen Rettungsversuch einleiten m端ssen. Damit w辰re die Isolation aufgehoben die Mission Asclepios IV stand deshalb kurz vor dem Abbruch, erz辰hlt Ilyasse.
Regeln wie in einer echten Raumstation
Auch der Alltag auf der unterirdischen Raumstation ist streng durchgetaktet und orientiert sich an dem echter Astronautinnen und Astronauten: Wecken um sieben Uhr morgens, Teambesprechung, eine halbe Stunde zum Fr端hst端cken und Fertigmachen, Sport, dann beginnt die erste Arbeitsschicht: Wie auf der ISS f端hrt auch die Asclepios-Crew verschiedene wissenschaftliche Experimente durch. Die Studierenden testen zum Beispiel, wie gut Kiefernpfl辰nzchen Brauchwasser filtern, das mithilfe eines Zentrifugalsystems gewonnen wird. Und sie untersuchen, wie sich extreme Trockenheit auf die Fotosyntheseleistung von verschiedenen Weizensorten auswirkt, die in Substrat wachsen, das Mondgestein 辰hnelt.
Am meisten Spa haben mir die Experimente mit den Mondrovern gemacht, sagt Ilyasse. Die Crew steuert fahrbare Roboter 端ber das Auengel辰nde des Sasso San Gottardo, um Aufgaben wie Bohrungen, die Probenentnahmen, den Transport von Ger辰ten und die Navigation in schwierigem Gel辰nde mithilfe von Kameras zu testen. Mit den dicken Weltraumhandschuhen und dem Gewicht des Raumanzugs ist es schwierig, den teuren Roboter 端ber die Felsen zu steuern, sagt er.
Zum Mittagessen gibt es gefriergetrocknetes Curry oder Nudeln mit Pilzen, danach eine Stunde Ruhezeit. Am Nachmittag folgt eine zweite Arbeitsschicht, danach Zeit f端r sozialen Austausch, Abendessen und ein Debriefing. Der anstrengende Tagesablauf und das Zusammenleben auf engstem Raum ohne Kontakt zur Auenwelt bedeuten f端r die jungen Leute eine hohe psychologische Belastung. Dennoch gibt es w辰hrend der zweiw旦chigen Mission auch immer wieder leichte und fr旦hliche Momente. Wir haben auch mal die Musik laut aufgedreht und getanzt, erz辰hlt Ilyasse. Der Einsatz hat uns auf jeden Fall nochmal mehr zusammengeschweit.
Zwischen H旦rsaal und berlebenstraining
Schon vor dem eigentlichen Start verbringen die studentischen Astronautinnen und Astronauten viel Zeit miteinander. Auf das anspruchsvolle sechsmonatige Auswahlverfahren folgt ein Jahr mit verschiedenen Trainings, die sich an NASA- und ESA-Protokollen orientieren und auf das berleben in extremen Bedingungen vorbereiten: Sie absolvieren Parabelfl端ge und erleben Schwerelosigkeit, 端ben Feuerbek辰mpfung in Raumanz端ge, tauchen im zugefrorenen See und 端bernachten im verschneiten Gebirge und das alles neben dem Studium.
酷端姻 Ilyasse ist die Teilnahme an der Asclepios-Mission ein groer Schritt in Richtung seines Traums: Astronaut zu werden. Weil Pl辰tze sehr begrenzt und begehrt sind und Marokko kein eigenes bemanntes Raumfahrtprogramm hat, stehen seine Chancen auf eine echte Weltraummission schlecht, sagt er. Doch er bleibt hartn辰ckig: Nach dem Ende der Asclepios-Mission geht es direkt zur端ck an den Schreibtisch, die Semesterpr端fungen stehen an. Danach will er sich um das Thema seiner Masterarbeit k端mmern. Am liebsten w端rde er sie bei einem Unternehmen aus der Raumfahrtindustrie schreiben. Ich bin entschlossener denn je, eine Karriere in der Weltraumforschung anzustreben. Und ich habe ein neues Ma an Selbstvertrauen und Bereitschaft f端r das gewonnen, was als n辰chstes kommt.
- Analoge Weltraummissionen dienen als wichtige Pr端fst辰nde f端r die wissenschaftliche und technologische Forschung im Weltraum und bieten ein hohes Ma an Realit辰tsn辰he. Unter den wenigen Missionen dieser Art ist die einzige, die von Studierenden f端r Studierende organisiert und von erfahrenen Astronautinnen und Astronauten sowie Fachleuten betreut. Asclepios IV simulierte eine 14-t辰gige Mission mit Besatzung zum Mond, wobei der Schwerpunkt auf der Erkundung und der Optimierung des Lebensraums lag.
- Im Vorfeld der Mission besuchte Ilyasse Taame die Vorlesung Bemannte Raumfahrt von , zu Themen wie Wissenschaft im Weltraum, Missionsanalyse sowie Raumstationen und ihre Subsysteme. Diese erwies sich f端r Ilyasse als besonders hilfreich, sowohl in der Planungsphase als auch w辰hrend der Mission selbst.
- Die arbeitet an ambitionierten Projekten rund um das Thema Weltraum.
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